Gibt es für Schimmel in der Wohnung immer eine Mietminderung?

07.12.2018


Von einer Schimmelbildung in Wohnräumen und Gewerberäumen gehen erhebliche gesundheitliche Gefahren aus. Die Schimmelpilze können allergische Reaktionen der Haut und der Atemorgane auslösen. Aber auch Asthma wird mit der Schimmelbildung in Wohnungen in Zusammenhang gebracht. Schäden drohen außerdem dem Bauwerk selbst. Deshalb ist die frühzeitige und effiziente Schimmelpilzsanierung durch einen Fachmann unverzichtbar. Diese Leistung bieten wir sowohl im Rahmen der Schaden-Nothilfe nach Wasserschäden als auch unabhängig von der Hilfe im akuten Notfall an.

Ist die Schimmelbekämpfung immer die Sache des Vermieters?

Eine von Schimmel befallene Wohnung ist nicht „in einem zum vertragsgemäßen Gebrauch geeigneten Zustand“ im Sinne des Paragrafen 535 des Bürgerlichen Gesetzbuchs. Das heißt, der Vermieter ist zur Schimmelbeseitigung verpflichtet. Kommt er dieser Pflicht nicht nach, berechtigt das den betroffenen Mieter zu einer Mietminderung. Doch zwei aktuelle Urteile schränken das Recht der Mieter auf eine Kürzung der Miete ein. Sie wurden mit den Aktenzeichen VII ZR 771/17 und VII ZR 67/18 vom Bundesgerichtshof gefällt. In beiden Fällen ging es um einen Schimmelpilzbefall, der durch sogenannte Wärmebrücken verursacht wurde. Ob den Mietern in solchen Fällen eine Mietminderung zusteht, hängt vom Jahr der Errichtung der betroffenen Gebäude ab. In älteren Gebäuden berechtigt Schimmel durch Wärmebrücken nicht zu einer Mietminderung. Allerdings befreit das den Vermieter nicht von seiner Pflicht zur Beseitigung der Schimmelbildung.

Können Mieter für die Kosten der Schimmelbekämpfung in Regress genommen werden?

Diese Frage ist eindeutig zu bejahen. Diese Antwort wird durch die beiden BGH-Urteile noch einmal bekräftigt. In der Urteilsbegründung heißt es, dass den Mietern die erhöhten Heizkosten und die Maßnahmen einer intensiveren Belüftung zugemutet werden können. Daraus leitet sich im Umkehrschluss ab, dass Vermieter die Mieter zur Kasse bitten dürfen, die derartige Maßnahmen nachweisbar nicht in ausreichendem Umfang durchführen. Das heißt, sie sollten spätestens vor der Wohnungsübergabe eine professionelle Schimmelbekämpfung in Auftrag geben. In der Regel wird ein solcher Auftrag günstiger als der sich aus einer Unterlassung ergebende Regressanspruch des Vermieters. Er könnte beispielsweise die komplette Wand neu verputzen lassen, obwohl das angesichts eines lokal begrenzten Schimmelbefalls gar nicht notwendig wäre.

Nach Wasserschäden ist die Gefahr der Schimmelbildung besonders groß

Nicht nur Wärmebrücken sowie eine mangelhafte Belüftung und Beheizen begünstigen einen Schimmelbefall. Die größten Gefahren gehen von nicht optimal nachbehandelten Wasserschäden aus. Dabei spielt es keine Rolle, ob sie durch eine Rohrverstopfung, einen Rohrbruch, einen Sturmschaden, Löscharbeiten der Feuerwehr oder durch ein Hochwasser entstanden sind. Nach solchen Ereignissen muss ein Fachmann das Mauerwerk fachkundig bearbeiten und trocknen. Beide Leistungen bieten wir im Rahmen der Schaden-Nothilfe an. Je schneller die Dekontamination und Trocknung nach einem Wasserschaden erfolgen, desto geringer ist das Risiko einer Schimmelbildung.

Außerdem reduziert eine schnelle Schaden-Nothilfe die Gefahren von statischen Schäden an Bauwerken. Hier spielt vor allem der echte Hausschwamm eine wichtige Rolle. Seine Bekämpfung gilt zutreffend als besonders schwierig und kostspielig. Deshalb kommt der Prävention eine große Bedeutung zu. Wissenswert ist, dass ein Befall mit dem echten Hausschwamm in großen Teilen der Bundesrepublik Deutschland meldepflichtig ist und eine Nutzungssperre bis zur Sanierung nach sich ziehen kann. Feuchtigkeit fördert auch die Bildung des Hausschwamms, weshalb Sie die Bauwerkstrocknung im Rahmen der Schaden-Nothilfe immer sofort nach einem Schadensereignis in Auftrag geben sollten.

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