Wasserschäden durch Solaranlage – Was ist zu beachten?

12.03.2015


Dass es durch eine Solaranlage zu Wasserschäden kommt, ist nicht so unwahrscheinlich, wie es auf den ersten Blick aussieht. Der Grund dafür ist, dass viele Besitzer von Gebäuden mittlerweile mit einer Kombination aus Photovoltaik-Modulen und solarthermischen Modulen arbeiten. In den solarthermischen Anlagen wird als Trägermedium Wasser verwendet, was entweder in das System der Warmwasseraufbereitung eingespeist oder zur Reduzierung der Heizkosten über Wärmtauscher dem Heizkreislauf zugeführt wird. Eine direkte Einspeisung in das Heizungssystem ist vor allem bei der Nutzung von Fußbodenheizungen üblich. Rohrbrüche oder Defekte direkt in den solarthermischen Modulen können deshalb durchaus Wasserschäden an einem Gebäude verursachen.

Wer muss bei Wasserschäden durch Solaranlagen was regulieren?

Hat der Besitzer oder Betreiber der solarthermischen Module eine spezielle Elektronikversicherung abgeschlossen, muss diese vollständig für alle Wasserschäden aufkommen, die durch Defekte unmittelbar an der Solaranlage verursacht werden. Das gilt auch dann, wenn die Wasserschäden eine Konsequenz von Elementarschäden an der solarthermischen Anlage sind. Diese Elektronik- und Haftpflichtversicherung für Solaranlagen ist vor allem dann von Bedeutung, wenn die Betreiber der Systeme Dachflächen von Gebäuden von Dritten anmieten.

Das Haftungsprinzip bei Wasserschäden durch solarthermische Systeme

Sind die Leckagen an der Solaranlage allerdings die Folge eines fehlerhaften Einbaus oder Pannen bei der Wartung durch Fachfirmen, greift das Verursacherprinzip, was bedeutet, dass die gewerbliche Haftpflichtversicherung des ausführenden Unternehmens zahlen muss. Werden solarthermische Module durch herumfliegende Dachziegel oder Äste vom Grundstück eines Dritten beschädigt und verursachen einen Wasserschaden, muss die Grundstückseigentümerhaftpflichtversicherung desjenigen zahlen, von dessen Grundstück die Äste oder Dachziegel stammen. Stammen die Äste von den Alleebäumen einer öffentlichen Straße, kann der Wasserschaden bei der zuständigen Kommunalverwaltung geltend gemacht werden.

Wer zahlt, wenn es keine Elektronikversicherung und Drittverursacher gibt?

In diesem Fall sind die Gebäudeversicherung und die Hausratversicherung die korrekten Ansprechpartner für die Regulierung der Wasserschäden. Dabei wird der Schaden de facto zwischen diesen beiden Versicherungen aufgeteilt. Die Hausratversicherung zahlt die Wasserschäden an sämtlichen mobilen Gegenständen und Geräten und die Gebäudeversicherung muss für die Schäden aufkommen, die an allen fest mit dem Gebäude verbundenen Installationen auftreten. Das gilt für Hautgebäude ebenso wie für alle in der Gebäudeversicherung erfassten Nebengebäude wie Scheunen, Garagen oder Carports.

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