Wie häufig sind Elementarschäden durch Erdbeben in Deutschland?

20.05.2015


Wer der Meinung ist, in Deutschland wären keine Elementarschäden durch Erdbeben zu befürchten, sodass diese aus dem Umfang der Versicherung gut auch ausgeschlossen werden könnten, begeht einen fatalen Fehler. Ein Blick auf die Erdbebenstatistik der jüngeren Zeit zeigt ein anderes Bild. Erdbeben sind in Deutschland nicht so selten, wie gemeinhin angenommen wird. Viele der Erschütterungen werden allerdings nicht als Erdbeben wahrgenommen, sondern werden beispielsweise vorbeifahrenden Lastkraftwagen oder Straßenbahnen zugeschrieben. Auf den Schutz gegen diese Art Elementarschäden sollte deshalb auch in Deutschland keinesfalls verzichtet werden.

Die Ursachen und Zentren der Erdbeben in Deutschland

Ursachen der Erdbeben in Deutschland sind Bewegungen der tektonischen Platten, vulkanische Aktivitäten sowie die Folgen der Nutzung der Geothermie und der Fracking-Technologie. Hotspots für Erdbeben in Deutschland sind im Osten vor allem in der Region Gera zu finden. Auch der Südwesten zwischen Tübingen und Freiburg weist ein deutlich erhöhtes Erdbebenrisiko auf. Eine Zone 3 befindet sich zudem noch im Bereich Aachen, Bonn, Köln und Düsseldorf. Von einer zunehmenden Häufung von Erdbeben ist mittlerweile auch im Erzgebirge auszugehen. Das leiten die forschenden Geologen der Universität Leipzig sowie die Geologen am Kolm-Observatorium von der Veränderung der Art der Erdbeben im Jahr 2014 ab. Ursache sind in dieser Region Magmakammern unter dem benachbarten Tschechien.

Die Statistik der Erdbeben in Deutschland im Jahr 2014

Die Nordseeküste wurde im Februar und März 2014 gleich von drei Erdbeben heimgesucht. Die Region Borkum bekam am 13. Februar 2014 Erschütterungen mit einer Stärke von 3,2 auf der nach oben offenen Richter-Skala zu spüren. Am 1. März 2014 folgte ein Beben mit der Stärke 2,6. Die gleiche Stärke bekam die Region Wilhelmshaven am 6. März 2014 zu spüren. Am 30. März 2014 schlug ein Erdbeben der Stärke 3,2 in Darmstadt zu. Darmstadt gehört zu den Regionen, in denen es häufiger Erdbeben gibt. Die Region war binnen eines Jahres von vier Beben mit Stärken von mehr als 2,5 auf der Richter-Skala betroffen. Zwischen dem 24. Mai 2014 und dem 2. Juni 2014 wurden insgesamt zehn Erdbeben in der Region Klingenthal im Erzgebirge registriert. Das heftigste Beben ereignete 31. Mai 2014 und hatte eine Stärke von 4,2. Das Epizentrum befand sich im tschechischen Kraslice.

Welche Elementarschäden verursachen Erdbeben?

Es sind nicht nur die heftigen Erdbeben, die Schäden an Gebäuden verursachen können. Regelmäßige kleinere Erdbeben haben eine Materialermüdung an den Stellen zur Folge, die bei den Erschütterungen erheblich belastet werden. Die Konsequenz können Rohrbrüche sein, die meistens an den Stoßstellen zwischen Wänden aus unterschiedlichen Materialien auftreten. Sie lassen sich nur schwer entdecken, weshalb hier die professionelle Leckageortung immer Sinn macht. Bei Plattenbauten und Fertigteilhäusern stellen die Armierungen zwischen den einzelnen Elementen die Schwachpunkte dar, die auch durch Erdbeben mit geringen Stärken auf Dauer geschädigt werden können. In Dächern, Mauern und Bodenplatten können sich Risse bilden, die in der Folge für Wasserschäden in den Gebäuden sorgen.

Fazit: Elementarschäden durch Erdbeben sind auch in Deutschland ein Thema, das nicht unterschätzt werden sollte. Auch nach vermeintlich schwachen Erdbeben sollte jeder Immobilienbesitzer sein Haus gründlich auf Schäden prüfen.

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